Achtung Welpenhandel

Du hast dich für ein süßes, kleines Fellknäuel entschieden, mit dem du dein Leben teilen möchten? Wunderbar! Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Neben unseriösen Tierschutzvereinen gibt es auch schwarze Schafe unter Hundezüchtern. Achtung: Welpenhandel kann mehr Schaden anrichten als nützen!

Alljährlich werden massenweise Welpen aus Ost- und Südeuropa nach Deutschland eingeführt: aus der Tschechischen Republik, Ungarn, Rumänien, Slowakei und Polen. Sie stammen aus Massenzuchtanlagen, „Welpenproduktionsstätten“, in denen nur die Ware „Hund“ zählt. Ein teilweise mafiös strukturiertes Geschäft und das Gegenteil zu seriösen Züchtern, die sich in eine Rasse verliebt und darauf spezialisiert haben.

Belgien und Holland dienen in diesem Welpenhandel als Umschlagplätze. Hier werden die Tiere legal gechipt, um ihre Herkunft zu verbergen. Die sogenannten „Wühltischwelpen“ werden auf Hundemärkten, im Internet und in Zoofachgeschäften zu günstigen Preisen angeboten. Das immense Leid dieser Welpen und ihrer Mütter findet dabei keine Erwähnung.

 

Wühltischwelpen – bedauernswert und krank

An engen, dunklen und schmutzigen Orten, oft Hinterhöfe, und unter mangelnder medizinischer Versorgung kommen sie zur Welt. Um die Produktionskosten gering zu halten, sind sie weder geimpft noch entwurmt. Auch die Fürsorge ihrer Mutter bleibt ihnen verwehrt. Mit vier bis sechs Wochen, viel zu früh, werden die hilflosen Fellknäuel von ihr getrennt und in Kisten, Katzentransporter oder Taschen verpackt.

Ohne Futter, Wasser oder ausreichend Frischluft und unter Medikamenteneinfluss. Die Angst dieser Hundebabys ist kaum vorstellbar. Dann folgt der Transport durch ganz Europa zu Hundemärkten oder Händlern. Die Welpen sind bei ihrer Ankunft mangelernährt, dehydriert, kaum überlebensfähig und oftmals krank.

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Sie sind dünn oder von Würmern aufgebläht, apathisch und manch einer kann schwerlich Laute von sich geben. Das Fell ist schmutzig und stumpf. Der Käufer hat Mitleid mit ihnen und billig sind sie zudem. Doch nach dem Kauf folgen die traurige Überraschung und hohe Tierarztkosten. Die Mehrheit der kleinen Fellnasen leidet unter Parasitenbefall, Entzündungen oder Krankheiten wie Staupe oder Parvovirose, schlimmstenfalls Tollwut. Für viele kommt eine medizinische Hilfe zu spät. Sie sterben qualvoll. Manche schon wenige Tage nach dem Kauf. Der Halter bleibt mit einer sowohl traurigen als auch kostspieligen Erfahrung zurück.

Hat das kleine Wesen Glück, übersteht es die gesundheitlichen Probleme. Doch die psychischen Schäden bleiben. In ihren ersten Wochen sind diese Welpen unter reizarmen Bedingungen aufgewachsen. Die wichtige Sozialisierung durften sie nicht erleben. Zu früh war die Trennung von ihren Müttern, oftmals auch von ihren Geschwistern. Diese traumatisierende Erfahrung bleibt bis in das Erwachsenenalter haften.

Die Fellnase geht unsicher durchs Leben, da sie die Sicherheit von ihrer Mutter nie lernen konnte. Sie ist ängstlich oder schreckhaft, die Folge einer katastrophalen Haltung ohne jegliche Zuwendung. Die alltägliche Umwelt kann sie überfordern, die Geräusche sind für sie verstörend und der Spaziergang eine Belastung. Diese Angst kann leider auch in Aggression umschlagen und dazu führen, dass der Hund sich bedrohlich gegenüber Artgenossen und Menschen verhalten kann. Alles nur aufgrund seiner (mangelnden bis nicht vorhandenen) Erfahrung in den ersten Wochen seines Lebens.

Die Qualen der Hundemütter

Nicht nur die Welpen leiden in diesem kriminellen Geschäft. Auch die Hundemütter werden nicht verschont. Als „Gebärmaschinen“ werden sie jahrelang missbraucht. Sie fristen ihr Dasein in kleinen Käfigen, kaum fähig, sich zu bewegen. Bis zu dreimal im Jahr zwingt sie der „Züchter“ (bzw. Welpenfabrikant), Welpen auf die Welt zu bringen. Die ständigen Geburten laugen sie aus, hinzu kommen Mangelernährung und ungenügende medizinische Versorgung.

Viele von ihnen können sich von Anfang an nicht um ihre Welpen kümmern, zu schwach sind sie. Und zu traumatisiert. Ab vier Jahren haben sie ausgedient. Dann werden sie getötet oder an Versuchslaboratorien verkauft, wo ihr Leiden weitergeht. Jüngere Hündinnen müssen nun in ihre Fußstapfen treten.

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Was kannst du tun?

Kaufe keine Tiere von Straßenhändlern, auf Märkten oder aus dem Kofferraum eines Autos – auch nicht aus Mitleid. Mit jedem Kauf – auch mit jedem Mitleidskauf – unterstützt du den illegalen Welpenhandel!

Kaufe keine Tiere in Zoofachgeschäften.

Gehe nicht auf Angebote im Internet ein, seien sie noch so verlockend.

Lass dir beim Kauf eines Welpen das Muttertier zeigen.

Vertraue nur einem Züchter, der genau wissen möchte, wohin sein Zögling kommt.

Suche im Internet nach neutralen Bewertungen und Meinungen.

Soll es ein Zuchthund sein, wende sich an Züchter, die Mitglied des VDH sind.

Weitere Informationen erhältst du bei den Tierschutzbünden aus dem Aktionsbündnis „Wühltischwelpen – nein danke!“: dem Verband für das Deutsche Hundewesen e. V. (VDH), TASSO e. V., dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V., der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und –therapie e. V., der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e. V. und Vier Pfoten.

 

Fotos:
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