Ein Welpe kommt ins Haus – Teil 2

Selbst der coolste Hundehalter, der seit 40 Jahren mit Hunden lebt, wird jetzt schwach, zitternde Knie mischen sich mit neugieriger Aufregung und so ein kleines bisschen wirkt er nun auch wie ein hibbeliger Welpe: das Fellknäuel zieht ein.

Zwischen irren Flurschaden-Fantasien und rosaroten Kuschelwölkchenträumen müssen wir jedoch noch ein bisschen was klären – wie gehen wir in den ersten Tagen mit dem Hund um? Darf der denn im Bett schlafen? Und gab’s da nicht auch so eine neue Erziehungsmethode …? Wir klären das jetzt mal und heißen Zwerg Fellnase gleich willkommen!

Der Tag des Einzugs kommt

Es herrscht Ausnahmezustand, wenn das kleine Fellknäuel einzieht. Du als neuer Hundehalter fühlst dich zwar bestens gewappnet, schließlich hast du die Einkaufsliste gewissenhaft abgearbeitet und auch alle anderen Vorbereitungen getroffen. Und doch ist am Tag des Einzugs alles anders als erwartet, denn die Theorie zu kennen, ist schön, die Praxis entwickelt sich jedoch oft anders – viel zu aufgeregt sind die Gemüter.

Muss der Wauzi schon am ersten Tag Regeln befolgen? Oder sind einige Wochen der Eingewöhnung sinnvoll? Was tun? Mache ich alles richtig? Wieso klappt das nicht, was ich in so vielen Büchern gelesen habe?

Spulen wir zurück zum Tag des Einzugs und beginnen von vorn. Auch wenn dein Welpe noch so süß ist, gilt folgende Regel:

Erlaube deinem Welpen nur, was du auch deinem erwachsenen Hund erlauben möchtest. Sei konsequent – das bedeutet: tue im richtigen Moment das Richtige, und zwar immer und immer wieder. Aber, bei aller Konsequenz: vergiss die Liebe zu ihrem Pelznäschen nicht.
Und bei aller Liebe: vergiss die Konsequenz nicht …

„Der Stöpsel ist sooo goldig!“

Dein Welpe ist bestimmt der schönste und beste, den die Welt je gesehen hat – und alles, was er anstellt, ist so goldig! Noch … glaube mir: zu Welpen-Zeiten ist es süß, wenn der Labbi mit acht Wochen putzig an dir hochspringt. 30 kg später macht das jedoch wenig Freude – vor allem für deine Tochter, die gerade das Laufen lernt …

Welpen haben das Talent, Ärger mit einem einzigen Hundeblick verfliegen zu lassen, das berühmte Kindchenschema kommt hier zum Einsatz. Und es wirkt! Deshalb ist die Konsequenz so wichtig. Konsequenz heißt übrigens nicht „Strenge“, sondern Routine: auf die und die Anfrage deines Hundes gibst du immer konsequent dieselbe Antwort.

Heißt in der Praxis: darf Klein-Fido nicht aufs Sofa, gilt dies vom ersten bis zum letzten Tag für dich genauso wie für deinen Mann, deine Frau, deine Kinder, deine Eltern … Klein-Fido weiß dann auch als Groß-Fido, dass du Besuche von ihm auf der Couch nicht möchtest. Darauf ist Verlass, das gibt ihm Sicherheit. Konsequenz ist toll!

Es ist sinnvoll, zusammen mit allen Mitbewohnern eine Liste von Hausregeln zu erstellen, an die sich jeder gleichermaßen hält. So beugst du Missverständnissen vor und kannst ziemlich einfach konsequent sein.

unwiderstehlicher Hundeblick

 

Erziehung geht direkt los

Es gibt Menschen, die behaupten, Welpen sollten in den ersten sechs Lebensmonaten nicht erzogen werden. Eine solche Einstellung wirst du schwer bereuen, denn dann, fast in der Geschlechtsreife angekommen, kommt das böse Erwachen und aus deinem süßen Welpen ist womöglich ein pöbelnder Rüpel geworden. Besprecht eure Hausregeln mit der ganzen Familie, klärt ab, warum du ab dem Einzugstag deines Welpen auf die Einhaltung dieser Regeln pochst, und schon hast du einen riesigen Schritt in der Erziehung deines Welpen getan.

Übrigens: sieh das oben erwähnte Sofa-Beispiel bitte als das, was es ist: ein Beispiel. Ich finde, Hunde dürfen gerne aufs Sofa, wenn’s dem Menschen nichts ausmacht. Auch dann müssen aber alle in der Familie einverstanden sein.

Ruhe ist sooo wichtig!

Für deinen Welpen passiert gerade enorm viel: er zieht in einen neuen Haushalt ein und weiß noch gar nicht, wie man sich verhält. Da sind so viele spannende Dinge: das Tischbein muss angeknabbert werden, er muss mit seinen spitzen Zähnchen auch mal prüfen, was das häufiger klingelnde Ding im Flur ist, dass wir Zweibeiner uns so gerne ans Ohr halten und Telefon nennen, und weil das so aufregend ist und der Fellzwerg seine Blase noch nicht kontrollieren kann, kommen schon mal einige Pfützchen vor.

Stelle dich also darauf ein, in den ersten Tagen und Wochen andauernd hinter deinem neuen Mitbewohner hinterher zu sein und sowohl dein Mobiliar als auch den Welpen vor Schaden zu bewahren. Zwischendurch sind Ruhepausen angesagt: Schlaf ist essenziell für Welpen, denn sie haben so viel zu verarbeiten! Deshalb: platziere seine Ruhestätte an einem wirklich ruhigen Platz. Dein Welpe darf weder durch äußere Reize wie Passanten, die an der Haustüre vorbeigehen, noch durch Mitglieder deines Haushalts gestört werden.

Für Kinder ist es häufig besonders schwer, den süßen Welpen jetzt nicht streicheln zu dürfen – achte bitte sehr penibel darauf, dass sich deine Kinder daran halten, denn dein Welpe braucht seinen ruhigen Schlaf. Bekommt er diesen nicht, kann er sich zum unausgeglichenen Hund entwickeln, der gar nicht in der Lage ist, sich wirklich zu entspannen. Ruhige Zimmerecken sind ein geeigneter Standplatz für die Ruhestätte deines Welpen.

Die ersten Nächte mit dem Welpen

Wo soll dein Hund eigentlich schlafen? Mit im Schlafzimmer oder eher im Wohnzimmer? – Dein Welpe hat vor kurzem seine Familie, eventuell auch erste Hundefreunde verloren und weiß noch nicht so richtig, wie er dich und deine Familie einzuschätzen hat. Schlafe deshalb in den ersten Tagen dort, wo auch dein Welpe schläft. Lasse deinen Welpen in den ersten Nächten nicht allein, sondern gewöhne ihm das Allein-schlafen nach und nach an, wenn er nicht mit zu dir ins Schlafzimmer darf.

Und um auch diese Frage zu klären: ja, dein Welpe darf auch in Ihrem Bett schlafen! Noch mal: sein familiärer Kuschelhaufen ist ganz plötzlich weg und das Fellknäuel braucht warmen Körperkontakt. Isoliert in einem sogar menschenleeren Zimmer sollte dein Welpe unter keinen Umständen schlafen müssen. Schenke ihm Geborgenheit, Schutz, Trost und Wärme.

ein kuscheliger Schlafplatz

Nimm beispielsweise sein Kuschelkörbchen oder eine Hundedecke mit ins Bett und richte dies als Schlafunterlage für deinen Welpen ein. Später fällt es leichter, seinen Platz vor dein Bett zu verlegen. Ist dein neuer Mitbewohner mental bei dir angekommen und etwas größer, legst du die Decke in sein Kuschelkörbchen oder stellst das Körbchen einfach an den endgültigen Schlafplatz.

Mache dir bitte nicht allzu große Sorgen über etwaige feuchte Unglücke in deinem Bett oder im Hundekörbchen. Das passiert eher selten, denn schon für Welpen ist die eigene Notdurft im Schlafumfeld sehr unangenehm. Möchtest du sichergehen, kannst du in Apotheken vorsorglich Inkontinenzlaken erstehen (auch bei Amazon kannst du diese erwerben). Packst du ein Handtuch drüber, geht nichts mehr durch. Tipp: Schneide das gummierte Laken in Stücke, um gleich mehrere Liegeplätze vor dem Durchnässen zu schützen.

So wird der Welpe stubenrein

Dein Fellknäuel hat noch so gar keine Kontrolle über seinen Schließmuskel, also mache dich auf das eine oder andere Malheur gefasst! Ob du nun Zeitungspapier auslegen möchten oder spezielle Welpenunterlagen oder ob du dein Eigenheim vor Welpenankunft noch schnell gefliest hast: das kannst du halten, wie es dir beliebt. Bisher ist jeder gesunde Welpe stubenrein geworden, egal, ob seine Zwischenfälle auf Zeitungspapier oder Fliesen landeten.

Sei bitte geduldig und schule deine eigene Beobachtungsgabe. Sehr wichtig ist in jedem Fall, dass du das Malheur umgehend und sehr gründlich entsorgst, um die Stelle nicht zur „Pinkel-Stelle“ werden zu lassen. Verzichte bitte auf Essigreiniger oder Ammoniak-haltige Reinigungsmittel, denn durch die starken Gerüche dieser Reiniger könnte dein Fellzwerg dazu angeregt werden, den Geruch durch übermarkieren zu entfernen. Neutralreiniger findest du im Fachhandel.

Stubenreinheit beim Welpen

 

Bye, bye Schlafrhythmus …

Stelle dich darauf ein, dass du ab sofort keinen Schlafrhythmus mehr hast. Die kleine Hundeblase kann noch nicht acht Stunden durchhalten, was auch mit den anfangs häufigeren Fütterungen zwischen drei bis fünf Mal am Tag zusammenhängt. Erwischst du deinen Welpen dabei, wie er ausgiebig am Boden schnüffelt, wird es höchste Zeit für einen Spurt nach draußen. Du erkennst dieses bestimmte Schnüffeln schon nach wenigen Tagen und kannst schnell reagieren.

Idealerweise wartest du jedoch gar nicht, bis das Pelznäschen den Fußboden nach einer geeigneten Pinkelstelle untersucht hat. Gehe etwa alle zwei Stunden nach draußen. Außerdem nach jeder Fütterung und nach jedem Schläfchen. Je mehr Bewegung du in dem Pelzchen wahrnimmst, umso dringlicher solltest du nach draußen gehen. Beim Gassigang nach der Nahrungsaufnahme darf dein Welpe nicht wild rumtoben, da sonst die Gefahr einer Magenumdrehung besteht. Idealerweise fütterst du, wenn ihr wieder daheim seid – und dann: schnell raus zum Geschäftchen!

Jedesmal, wenn dein Fellknäuel sein kleines oder großes Geschäft erledigt hat, gibst du eine kleine Party: feiere, lobe, freu dich! Streichle den Fellzwerg, wenn er das mag, und belohne auch mal mit einem Leckerchen oder einem schönen Spiel. Gerne kannst du auch Signale zum Lösen einführen, indem du das passende Signal immer während der Aktion sagst. In unserem Haushalt sind das „pieschen“ und „pupen“ (jaja, nicht sehr elegant … hast du eine bessere Idee? 😉 ) – das schöne an diesen Signalen: haben wir es eilig und ist die Zeit zum Schnüffeln knapp, gelingen die Geschäfte durch diese Signale wie automatisiert, vorausgesetzt natürlich, die Hunde müssen auch.

Während du draußen also jedes Geschäft mit einer Lobeshymne und Streichelparty honorierst, ignorierst du etwaige geschäftstüchtige Aktionen im Haus oder in der Wohnung gelassen. Dein Welpe weiß noch nicht, dass du das nicht magst. Da er es selbst auch lieber draußen macht und nicht in seinem Lebensumfeld, kommt die Einsicht oft schon nach wenigen Tagen.

Schon nach wenigen Wochen wird dein Stöpsel melden, wann es soweit ist. Das Melden kann unterschiedlich aussehen: eine unserer Hündinnen hat die Strategie, uns solange anzustarren, bis wir uns in Bewegung setzen, während sich die andere in den Flur setzt und uns bohrende Blicke in den Rücken wirft. Sind wir unaufmerksam, gibt es einen hohen Beller: „Hey, ihr Nasen, ich muss mal – wuff!“

Tipp: Zahlreiche Hunde legen großen Wert darauf, ihr eigenes Terrain nicht zu verunreinigen. Oftmals koten sie nicht im Garten – und wenn, dann nur im hintersten Eck. Wenn du in den ersten Wochen mit deinem Fellknäuel einen Geschäfteplatz suchst, bedenke dies bitte und gönne das deinem Spätzchen das gleich von Anfang an.

Mein Mensch ist der tollste!

Schon für deinen Fell-Stöpsel ist es wichtig, sich an dir zu orientieren. Das erreichst du beispielsweise durch Clicker- bzw. Markertraining hervorragend und vor allem positiv. Das Ziel ist es, dass dein Welpe deshalb zu dir kommt, weil er weiß, wie toll und spannend du bist – dein Welpe darf und soll gerne das Gefühl haben, dass sein Mensch der tollste überhaupt ist. Das ist vor allem beim Einüben des sicheren Rückrufs so unendlich wichtig.

Du kannst die Neigung des Welpen sehr gut nutzen, ohnehin immer in deiner Nähe sein zu wollen. Trainiere so, dass dein Welpe so wenig Fehler wie möglich machen kann. Hier liegt eines der Erfolgsrezepte beim Markertraining, zum Beispiel beim Clickern: du bestätigst punktgenau erwünschtes Verhalten und verstärkst es positiv. Läuft dein Welpe auf dich zu, veranstaltest du wieder eine Party und freust dich wie Bolle – juhuuuu, der Welpe kommt!

Nach und nach kannst du das Hörzeichen und gerne auch ein Sichtzeichen einführen. Verzichte dabei auf alltagsgebräuchliche Wörter wie „Komm“, denn das verbraucht sich im Alltag zu stark und dein Hund stellt auf Durchzug.

Rückruf üben mit Welpen

Der Rückruf des Welpen

Rufe deinen Welpen anfangs nur in Situationen, in denen du sicher bist, dass er kommt – wie gesagt: vemeidest du Fehler, können sich diese Fehler erst gar nicht festigen. Es wird zur absoluten Selbstverständlichkeit, dass dein Hund kommt, wenn du rufst – und zwar sehr, sehr gerne, schließlich bist du sein Supermensch! Gehe außerdem sicher, dass du deinen Welpen nicht nur zum Anleinen heranrufst, ansonsten wirst du zur Spaßbremse schlechthin, und das kann nicht dein Ziel sein.

Der Super-duper-Mensch bist du wieder, wenn du sein Kommen mit einer erneuten Toberunde mit Welpenkumpels quittierst. Auch kannst du selbst mit deinem Welpen spielen, mit einem Leckerchen bestätigen oder Umweltbelohnungen wie das Schnüffeln nutzen (wofür du diese Umweltbelohnungen jedoch zunächst aufbauen solltest).

Bitte verzichte in den ersten Wochen darauf, sich in einem unaufmerksamen Moment des Welpen zu verstecken, denn das ist richtig fies: in einer noch recht neuen Umgebung von einem Wesen, das selbst noch recht neu in dieser Welt ist, darfst du nicht dem Gedanken verfallen, dass sich daraus ein lustiges Spiel ergibt. Dein Welpe wird panisch nach dir suchen. Du kannst dich gerne dann anfangen zu verstecken, wenn sich dein Welpe genügend eingelebt hat, aber bitte nicht schon in den ersten Wochen, das wäre gemein und nicht lustig.

Gestalten Sie Spaziergänge abwechslungsreich und spannend. Dafür zwei Leseempfehlungen: Mit der Welpen-Spiele-Box aus dem GU-Verlag gehen dir die Ideen nicht so schnell aus und der Verlag schenkt dir sogar einen Futterbeutel. Nicht nur für Welpen, sondern für Hunde jedes Alters eignet sich „Hundespiele für unterwegs: Denksport, Tricks und Spiele“ von Cordula Weiß.

Nutze doch die Natur für eure Ausflüge und klettere oder balanciere mit deinem Welpen, wo es sich anbietet (Achtung: die Welpenknochen sind noch recht weich, lasse ihn nicht zu hoch springen, sondern hebe von und auf die Klettergelegenheiten!). Entdeckt zusammen, was sich in Gräben oder Bächen tut, beobachtet Frösche, buddelt zusammen oder rolle Leckerchen zum „Jagen“ über den Boden. So wirst du zum Helden auf zwei Beinen für deinen Stöpsel!

Die Sache mit der Leinenführigkeit

Die Leinenführigkeit ist ebenfalls ein Thema, das du als Welpenhalter schon trainieren solltest. Hier hilft uns wieder der Clicker weiter: Läuft dein Welpe brav neben dir, bestätigst du das. Selbstredend kannst du auch andere Markersignale verwenden. Möchte der Welpe wacker an dir vorbeiziehen, wechselst du die Richtung und lobst wieder überschwänglich, wenn dein Racker hinterhertapst.

Sollte dein Welpe zu jenen gehören, die beherzt in die Leine beißen und so ein – zumindest für den Welpen selbst – lustiges Zerrspiel anfangen, schimpfst du nicht. Dein Fellknäuel soll sowohl die Leine als auch dich positiv assoziieren und schimpfen trägt so gar nicht dazu bei. Zeige deinem Welpen lieber sinnvolles Alternativverhalten, das sich deutlich mehr für ihn lohnt.

Welpe am Brustgeschirr

Lasse dich nicht dazu verleiten, am anderen Ende der Leine herumzuzerren, wenn dein Welpe in die Richtung zieht, in die er möchte, weil dort dieser Schmetterling auf einem Löwenzahn sitzt – wie spannend! Dein Welpe entdeckt gerade die Welt, und wenn du nun zerrst, um ihn zum langsamer gehen zu animieren, bewirkst du nur eines: noch mehr Gezerre auf der Seite deines Fellzwergs. Druck erzeugt Gegendruck, Zug erzeugt Gegenzug – so einfach ist das.

Erinnere deinenWelpen lieber daran, wie toll und spannend du bist, dann kommt er sehr gerne zu dir. Den Schmetterling auf dem Löwenzahn schaut ihr euch dann einfach gemeinsam an. Trainiere die Leinenführigkeit täglich mehrere Male, jedoch nur für wenige Minuten. All die Umwelteindrücke lassen nur ein geringes Maß an Konzentration zu, weshalb du das Training bitte in einer ablenkungsarmen Umgebung, also in der Wohnung oder im Garten, beginnst.

Idealerweise trägt dein Welpe ein Brustgeschirr mit einem zweiten Leinenring an der Brust. Trainiert ihr, befestigst du die Leine am vorderen Ring, hast du keine Zeit zum Trainieren oder ist euer heutiges Training abgeschlossen, hängst du die Leine in den Rückenbereich ans Geschirr. Das hat nicht nur den Vorteil, dass dein Welpe und du nicht durchgängig im „Arbeitsmodus“ seid. Leine am Rücken heißt Freizeit: jetzt darf gezogen werden.

Übe mit einer Führleine und versuche, das Training so zu gestalten, dass der Welpe keine Chance zum Ziehen hat – dein gutes Management und deine starke Aufmerksamkeit sind alle Werkzeuge, die du benötigst, ein Clicker kann zusätzlich helfen.

Tierarzt: für den Ernstfall üben

Berührungstraining ist der erste Schritt fürs Tierarzt-Training: Spielerisch und mit viel positiver Verstärkung nimmst du mal die Pfötchen in die Hand, schaust dir die Zähne deines Rackers an und wirfst auch mal einen Blick in die Ohren. So ist dein Fellzwerg für den Ernstfall gewappnet: sämtliche Berührungen kennt er bereits und er ängstigt sich nicht, wenn sich der Doc nähert.

Da beim Tierarzt so viele verschiedene Gerüche auf deinen Welpen zukommen, besuche den Tierarzt gerne häufiger. Gehe nach Absprache einfach in die Praxis, haltet euch dort ein wenig auf und bitte das Praxispersonal, deinem Welpen den einen oder anderen Leckerbissen zu geben. So kennt dein Fellknäuel auch schon Tierarzt-typische Begebenheiten und wird sicher keiner von denen, die den Tierarzt scheuen.

Geborgenheit und Konsequenz von Anfang an

Du siehst: es kommt einiges auf dich zu, wenn du dich für einen Welpen aus dem Tierschutz entscheidest. Und jede einzelne Übung, jeder einzelne Tag, ja sogar jedes Pipi-Malheur lohnt sich, denn so bringst du deinen Welpen auf den Weg zu einem tollen Familienhund. Eine gute Mischung aus viel Geduld, genauso viel menschlicher Zuwendung, art- und altersgerechter Auslastung und Haltung sowie eine altersgemäß konsequente Erziehung machen aus deinem vielleicht noch verunsicherten Welpen einen fröhlichen und selbstsicheren Junghund.

der Hundeblick - zum Dahinschmelzen

Im nächsten Beitrag geht es um die Integration eines Welpen in Haushalte, in denen bereits ältere Hunde leben. Du erhältst Ideen fürs Markertraining mit dem Clicker und wir besprechen die Sozialisierung des Welpen, bevor wir uns Senior-Hunden aus dem Tierschutz widmen.

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