Entspannt Gassi gehen: Anti-Giftköder-Training

Giftköder-Warnungen werden leider immer häufiger – und damit wird auch die Angst größer, mit dem geliebten Vierbeiner Gassi zu gehen. Mensch und Hund können sich jedoch wappnen: mit dem Anti-Giftköder-Training.

Giftköder-Alarm

„Giftköder sind ein großes Problem, besonders in Berlin. Statistisch gesehen wird hier alle vier Tage Gift entdeckt“, sagt Sascha Schoppengerd von giftkoeder-radar.com.

Sie lauern überall, wo Hunde gerne Gassi gehen: an Straßenrändern, unter Gebüschen, in Parks, in Hundefreilaufzonen, in Wäldern und an Seen. Hundefeindliche Menschen präparieren diese Giftköder. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So können es saftige Häppchen sein, gefüllt mit scharfkantigen Gegenständen wie Rasierklingen, Nägel, Rattengift, oder grünen Pellets namens Schneckenkorn. Diese fügen dem Hund schwere Verletzungen zu, schlimmstenfalls töten sie ihn sogar.

Auch Kadaver von vergifteten Tieren wie Tauben und Ratten können zu einer Gefahr werden. Genauso wie präparierte Gifteier von Jägern für Marder, Füchse und Co. Nicht zu vergessen das gezielte Füttern mit vergifteten Leckerlis durch den Gartenzaun!

Welche Möglichkeiten haben Hundehalter?

Hundehalter können vorbeugen und bei der Gassirunde Wege meiden, vor denen Halter, Medien oder der GiftköderRadar warnen. Auch Managementmaßnahmen helfen bis zu den Trainingserfolgen nach dem Anti-Giftköder-Traning: sichere den Hund zeitweise durch eine Schleppleine und/ oder einen Maulkorb ab. Aber bitte: gewöhne deine Fellnase langsam, geduldig und vor allem positiv an den ungewohnten Maulkorb. Wie das gelingt und welche Maulkörbe welche Vor- & Nachteile bieten, erfährst du hier.

Bitte verzichte auf Maulschlaufen oder andere Seltsamkeiten aus Stoff! Damit kann dein Hund seinen Grundbedürfnisse (hecheln, trinken, auch mal ein Leckerchen annehmen) nicht ausreichend nachkommen. Im Übrigen kann das Bedürfnis, etwas aufzunehmen, auch mit Mangelerscheinungen zusammenhängen: besprich das Thema bitte mit deinem Tierarzt oder mit einem Ernährungsspezialisten. Das gilt insbesondere, wenn dein Hund beispielsweise auch Exkremente anderer Hunde verschlingt.

Um auf Giftköder vorbereitet zu sein, gibt es noch eine andere Möglichkeit, die dir bzw. deinem Hund viel mehr Freiheiten ermöglicht als das Meiden entsprechender Gebiete: das Anti-Giftköder-Training! Hier lernt dein hungriger Vierbeiner, Gefundenes nicht als seine persönliche Belohnung zu verstehen und runterzuschlingen. Er lernt, das Gefundene anzuzeigen, liegen zu lassen oder sogar zu ignorieren.

Die Vorbereitung zum Anti-Giftköder-Training

Um mit dem Training zu beginnen, ist es unabdingbar, vorausschauend Gassi zu gehen, den Weg und deinen Hund genau im Auge zu behalten. Durch das Beobachten deines Hundes lernst du, sein Verhalten zu lesen und etwaige Appetithappen schon an der Körpersprache deines Hundes zu erkennen. Deinen Hund nur zu schimpfen und keine alternativen Handlungsideen an die Pfote zu geben, ist übrigens kontraproduktiv:

dein Hund merkt, dass und wann er beobachtet wird. Dies verrät der unauffällige Blick zu dir bei einem Fund: „Sieht er’s? Nein?“ Und seine „Beute“ landet in seiner Schnauze. Er hat gelernt, dass er alles essen kann … solange er nicht unter Beobachtung steht.

Ziel ist also, frühzeitig zu bemerken, wann dein Vierbeiner von seinem Weg abschwenkt, die Nase senkt oder sie hochreckt. Es liegt etwas in der Luft! Wie gesagt: es geht keinesfalls darum, deiner Fellnase einfach zu verbieten, Futter vom Boden aufzunehmen. So lernt dein Hund nur, dass er in deiner Anwesenheit nichts aufnehmen darf. Also wird er es heimlich tun. Besonders Gewiefte nehmen den Fund blitzschnell auf, laufen davon und fressen ihn in einem Sicherheitsabstand.

 

Knabbern ohne Gefahr: So macht’s Spaß!

Im nächsten Beitrag wird’s konkret: wir schauen uns an, wie du das Anti-Giftköder-Training aufbauen kannst.

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